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Wie wähle ich das passende LL.M.-Programm aus und wo kann ich mich über die Studiengänge informieren?

Zuletzt aktualisiert am 21.11.2021

In den USA gibt es rund 200 akkreditierte Law Schools, von denen auch viele ein Studium zum „Master of Laws“ anbieten. Den passenden LL.M.-Studiengang zu finden ist daher nicht immer einfach und man kann leicht die Übersicht verlieren.

Die Wahl sollte jedoch gut überlegt sein. Zum einen ist das Studium in den USA sehr teuer, sodass man vorab sicherstellen sollte, dass der Auslandsaufenthalt auch die eigenen Erwartungen erfüllen kann. Weiterhin ist bei der Führung akademischer Grade aus dem Nicht-EU-Ausland auch immer die verleihende Institution anzugeben, sodass einen der Name der Universität sein gesamtes (Berufs-)Leben lang begleiten wird. 

Hier erfährst Du, anhand welcher Kriterien Du das für Dich passende LL.M.-Programm auswählen und wo Du Dich über die einzelnen Studiengänge umfassend informieren kannst.

Inhalt

I. Anhand welcher Kriterien kann ich ein LL.M.-Programm auswählen?

Es gibt nicht „die“ beste Law School oder „das“ beste LL.M.-Programm, die Entscheidung muss vielmehr (ähnlich wie diejenige zum Zeitpunkt des Studiums) individuell getroffen werden. Im Folgenden haben wir einige Kriterien zusammengestellt, die Dir dabei helfen sollen.

1. Prestige/Law School Rankings

Zunächst besteht die Möglichkeit, eine Law School nach dem Renommee auszuwählen. Hier kann etwa auf das bekannte Ranking des U.S. News & World Report zurückgegriffen werden. Die Law Schools, die in der Rangliste regelmäßig unter den ersten 14 Plätzen sind („Top 14“), werden dabei als „T14-Law-Schools“ bezeichnet. Dies sind im Einzelnen:

Hinweis:

Bei dem nicht unumstrittenen Ranking des U.S. News & World Report (und vielen anderen Rankings) werden nur die J.D.-Programme bewertet, über die Qualität der LL.M.-Studiengänge wird keine unmittelbare Aussage getroffen. Die prestigeträchtigen Law Schools haben aber auch durchgehend etablierte und renommierte LL.M.-Programme. Dies bedeutet jedoch nicht zugleich, dass weniger hoch gelistete Law Schools nicht ein qualitativ ebenso gutes Studium zum „Master of Laws“ bieten.

Eine andere bekannte „Marke“ ist die Ivy League, zu der die im Nordosten gelegenen Law Schools Yale, Harvard, Columbia, Cornell und Pennsylvania gehören.

Die Ivy League ist zunächst eine Liga (Conference) im US-amerikanischen Hochschulsport. Mitglieder sind die Brown University, Columbia University, Cornell University, Dartmouth College, Harvard University, University of Pennsylvania, Princeton University und Yale University.

Zu dem Ursprung der Bezeichnung gibt es mehrere Theorien: Zum einen wird vermutet, dass der Name auf die mit Efeu („Ivy“) bewachsenen Gebäude der (für amerikanische Verhältnisse) alten Mitgliedsuniversitäten zurückgeht. Nach einer anderen Theorie beruht die Bezeichnung auf der römischen Zahl „IV“, die für die ursprünglich nur vier Mitglieder stand und im Englischen auch als „[aɪviː]“ ausgesprochen werden kann.

Der Begriff Ivy League wird auch außerhalb des Hochschulsports für die Mitgliedsuniversitäten benutzt, bei denen es sich allesamt um private „Elite“-Universitäten mit sehr selektivem Aufnahmeprozess handelt.

Von den insgesamt acht Mitliedern der Ivy League gibt es jedoch nur an den fünf Universitäten Yale, Harvard, Columbia, Cornell und Pennsylvania eine Law School.

Einen sehr guten Ruf  genießen neben den genannten T14– bzw. Ivy-League-Law-Schools auch noch die University of Texas School of Law, die University of California, Los Angeles, School of Law sowie die Vanderbilt University Law School.

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte in jedem Fall auf das Renommee der Law School achten. Auch bei der Jobsuche in den USA spielt die besuchte Universität oftmals eine Rolle. Die meisten Kanzleien und Unternehmen außerhalb den USA werden hingegen mehr Wert auf die mit dem LL.M.-Studium verbundene Auslandserfahrung als auf einen bekannten Namen legen. Daher kann man sich durchaus auch bei den Law Schools unterhalb der obersten Ränge umsehen, wo die Konkurrenz um die Studienplätze (und Stipendien) oftmals geringer ist. Man sollte aber bei der Wahl des LL.M.-Programms auf jeden Fall darauf achten, dass dieses von einer durch die American Bar Association (ABA) akkreditierten Law School angeboten wird.

Crown Quadrangle, Stanford Law School
Crown Quadrangle, Stanford Law School – Auch wenn die Stanford Law School nicht zur „Ivy League“ gehört, ist sie eine der prestigeträchtigsten Law Schools in den USA.

2. Fachrichtung/Spezialisierung

Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl des LL.M.-Programms kann etwa eine bestimmte Fachrichtung oder Spezialisierung sein, die man während des Studiums zum „Master of Laws“ vertiefen möchte.

So sind etwa die Law Schools Berkeley und Stanford bekannt für ihren Schwerpunkt im Recht des geistigen Eigentums, Georgetown und NYU bieten eine umfassende Spezialisierung im Steuerrecht an. Ein LL.M. an der Yale Law School gilt hingegen als Vorbereitung auf eine akademische Karriere.

An den meisten Law Schools kann man Kurse anderer Fakultäten, insbesondere der jeweiligen Business School besuchen (Cross-Registration), ohne dafür jedoch ein besonderes Zertifikat oder einen Abschluss zu erhalten. Die University of Pennsylvania Carey Law School bietet LL.M.-Studenten die Möglichkeit, Kurse der angesehenen Wharton Business School zu belegen und das Wharton Business and Law Certificate zu erwerben, was jedoch mit zusätzlichen Gebühren verbunden ist.

3. Professorinnen/Professoren

Eng mit dem Interesse an einer bestimmten Fachrichtung oder Spezialisierung kann der Wunsch verknüpft sein, Vorlesungen bei einem bestimmten Faculty Member zu besuchen oder eine von diesem betreute Arbeit zu schreiben. Hier sollte man sich in jedem Fall bei der Law School informieren, ob die jeweilige Person auch während des geplanten Studiums an der Law School sein wird oder aber ein Forschungsfreisemester bzw. einen Wechsel zu einer anderen Law School plant.

4. Größe des LL.M.-Programms

Weiterhin kann auch die Größe des LL.M.-Programms ein Entscheidungsfaktor sein. Es gibt Programme mit relativ vielen (z.B. NYU, Berkeley) und sehr wenigen LL.M.-Studenten (z.B. Yale, Michigan). Legt man Wert auf eine möglichst „familiäre“ Atmosphäre, bietet sich ein kleines Programm an. Auf der anderen Seite sind die größeren Programme aber meistens diverser und man kann leichter (internationale) Kontakte knüpfen.

5. Studienort

Häufig entscheidet auch der Wunsch, seinen Auslandsaufenthalt in einer bestimmten Stadt (z.B. New York City) oder einem Bundestaat (z.B. Kalifornien) verbringen zu wollen, über die Bewerbung an einer Law School. Zu bedenken sind auch die klimatischen Verhältnisse, die in den verschiedenen Teilen der USA sehr unterschiedlich sein können. Hat man keine konkreten Wunschort, kann dennoch eine Präferenz für eine Großstadt oder kleinere Stadt bestehen. Während man in den Großstädten mehr Kultur- und Freizeitangebot haben wird, herrscht an Universitäten in kleineren Städten oftmals eher die typische „Campus-Atmosphäre“.

Manhattan, New York City
Manhattan, New York City – „The Big Apple” ist die größte Stadt der USA und für viele der Inbegriff der amerikanischen Großstadt.

6. Finanzielle Aspekte

Schließlich können auch finanzielle Aspekte berücksichtigt werden. Ein Studium zum „Master of Laws“ in den USA ist sehr teuer und so können in die Entscheidung für eine Law School auch die Höhe der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten sowie ein angebotenes Stipendium mit einbezogen werden.

Tipp:

Letztendlich ist die Auswahl des LL.M.-Programms eine individuelle Entscheidung, in die eine Vielzahl von Faktoren einfließt. Wichtig ist, dass der gewählte Studiengang zu Deinen Interessen, finanziellen Mitteln und (beruflichen) Zukunftsplänen passt.

II. Wie kann ich mich über die einzelnen LL.M.-Programme informieren?

1. Internetseiten der Law Schools

Erste Anlaufstelle für Informationen zu den verschiedenen LL.M.-Programmen sind die Internetseiten der Law Schools. Dort findet man nicht nur die Daten zum LL.M.-Studium selbst, sondern kann sich mittels der Kursliste (Curriculum, Class Schedule) auch einen Überblick über die aktuell angebotenen Lehrveranstaltungen verschaffen. Dabei sollte man beachten, dass sich Kurse ändern können und nicht zwingend regelmäßig angeboten werden. Hat man Interesse an einer bestimmten Veranstaltung, kann man sich bei den Verantwortlichen für das LL.M.-Programm informieren, ob der jeweilige Kurs auch während des geplanten Studiums angeboten wird.

2. Infoveranstaltungen der Law Schools

Während der Bewerbungsphase bieten viele Law Schools Infoveranstaltungen an, auf denen die Details zum LL.M.-Programm (z.B. Spezialisierungen, Kurse), zum Bewerbungsverfahren (z.B. Fristen, Ablauf, benötige Unterlagen) sowie zu Stipendien vorgestellt werden. Häufig besteht im Anschluss auch noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Die Termine dieser oftmals über das Internet stattfindenden Veranstaltungen finden sich auf den Internetseiten der Law Schools.

3. Besuch der Law Schools

Ideal ist es, wenn man die Law School, an der man das Studium absolvieren will, einmal selbst besucht, um vor Ort mit den Programmverantwortlichen zu sprechen und einen ersten Eindruck zu hinterlassen. Zudem kann man sich bei dieser Gelegenheit auch mit den Studenten des aktuellen Studiengangs unterhalten, eine Vorlesung als Gasthörer besuchen sowie die Atmosphäre und lokalen Gegebenheiten kennenlernen.

University of Chicago
University of Chicago – Viele der Law Schools befinden sich auf dem ausgedehnten Hauptcampus, der mit den Studentenwohnungen, Restaurants, Sportstätten und sonstigen Freizeiteinrichtungen oftmals einer kleinen Stadt gleicht.

4. LL.M.-Messen

Oftmals wird ein persönlicher Besuch der Law Schools aber aus finanziellen und/oder zeitlichen Gründen nicht möglich sein. Eine gute Alternative ist die Teilnahme an speziellen Messen für zukünftige LL.M.-Studenten, wie etwa dem e-fellows.net LL.M. Day des Karrierenetzwerk e-fellows oder dem DAJV LL.M. Day der Deutsch-Amerikanischen Juristen-Vereinigung (DAJV).

Dort kann man nicht nur direkt mit den Verantwortlichen der LL.M.-Programme sprechen, sondern es sind häufig auch ehemalige Studenten anwesend, die einem gerne Rede und Antwort stehen.

Tipp:

Für Teilnehmer des e-fellows LL.M. Day bieten einige Law Schools spezielle Stipendien an.

5. Programmverantwortliche

Bei Fragen kann man auch ohne Weiteres den Programmverantwortlichen eine E-Mail schicken. Diese sind es gewohnt, Auskünfte zu erteilen und antworten in der Regel innerhalb kürzester Zeit. Man sollte aber darauf achten, nur solche Fragen zu stellen, die sich nicht bereits aus den Informationen auf der jeweiligen Internetseite ergeben.

6. Aktuelle Studenten und Alumni

Von den Verantwortlichen der LL.M-Programme kann man auch die Kontaktdaten von derzeitigen und ehemaligen (deutschen) Studenten erfragen. Ehemalige Studenten lassen sich auch mit einer einfachen Google-Suche nach „LL.M. ([Name der Universität])“ finden, mittels zusätzlicher Eingabe des eigenen Wohnorts bzw. der nächsten größeren Stadt sogar aus der eigenen Region.

Im Regelfall sind sowohl die aktuellen Studenten als auch die Alumni gerne bereit, Fragen zur jeweiligen Law School zu beantwortet. Bei Fragen rund um das LL.M.-Studium in den USA kannst Du Dich natürlich auch immer an uns wenden.

7. Erfahrungsberichte

Eine weitere Informationsquelle können schriftliche Erfahrungsberichte ehemaliger Studenten sein, die regelmäßig in den Ausbildungszeitschriften (z.B. JuS, JURA) veröffentlicht werden. Auch das Karrierenetzwerk e-fellows bietet eine Vielzahl von Berichten zu den verschiedenen Law Schools an.

Auf unserer Seite findest Du ebenfalls Erfahrungsberichte, die Dir bei der Auswahl des passenden LL.M.-Programms helfen.