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Welche verschiedenen Formen eines LL.M.-Studiums gibt es?

Zuletzt aktualisiert am 23.11.2021

Für das Studium zum „Master of Laws“ gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden stellen wir Dir die unterschiedlichen Studienarten vor.

Inhalt

I. Fernstudium oder Präsenzstudium

Klassischerweise erfolgt das LL.M.-Studium in Präsenzform. Einige Law Schools eröffnen aber mittlerweile auch die Möglichkeit eines Fernstudiums, bei dem die erforderlichen Kurse für den „Master of Laws“ online absolviert werden können. Diese häufig als Executive LL.M. bezeichneten Programme richten sich vor allem an Berufstätige, die nicht für einen längeren Zeitraum ins Ausland gehen können oder wollen.

So bieten etwa die New York University School of Law oder das Georgetown University Law Center einen Executive LL.M. im Steuerrecht (Tax Law) an, bei dem die Kurse komplett online durchgeführt werden.

Von einem reinen Online-Studium raten wir eher ab. Man spart sich zwar den mit dem Umzug in die USA verbunden (finanziellen) Aufwand, die Studiengebühren sind jedoch oftmals genauso hoch wie für ein Präsenzstudium.

Veranstaltungen vor Ort erlauben zudem einen deutlich intensiveren Kontakt zu Professoren und Kommilitonen als dies remote über das Internet möglich ist. Weiterhin macht das Leben und der Alltag außerhalb der Universität einen großen Teil der „LL.M.-Erfahrung“ aus. Nicht zu unterschätzen ist schließlich auch der Zwang, vor Ort nicht nur während der Vorlesungen, sondern auch im Alltag Englisch sprechen zu müssen, was regelmäßig zu einer deutlichen Verbesserung der Sprachkenntnisse führt. Aus diesen Gründen werden auch Arbeitgeber in der Regel ein tatsächlich im Ausland absolviertes Studium gegenüber einem Fernstudium präferieren.

Will man zusätzlich eine Anwaltszulassung in den USA erwerben, so sollte man sich informieren, ob dafür auch ein „Online-LL.M.“ ausreicht. Für den bei internationalen LL.M.-Studenten beliebten Staat New York ist etwa ein in Präsenzform absolviertes LL.M.-Studium erforderlich.

Wer allerdings nur Wert auf den Titel legt sowie Kosten und sonstigen Aufwand möglichst gering halten will, für den kann ein im Fernstudium erworbener „LL.M.“ durchaus Sinn machen.

Von manchen Law Schools wird auch eine Kombination aus Fern- und Präsenzstudium (Blended Learning) angeboten, sodass ein Teil der Kurse online und der andere Teil auf dem Campus stattfindet. Als Beispiel ist hier etwa der Executive LL.M. der Columbia Law School, der University of California, Berkeley School of Law oder der Northwestern University Pritzker School of Law zu nennen.

Ein solches hybrides Programm kann einen guten Kompromiss darstellen, wenn man ansonsten aus zeitlichen Gründen gar keinen „LL.M.“ im Ausland absolvieren könnte. Auch hier sind jedoch die bereits genannten Einschränkungen für eine spätere Anwaltszulassung in den USA zu beachten, die sich aus der Belegung von Online-Kursen ergeben können.

Washington Square Park, New York City
Washington Square Park, New York City – Der direkt neben der Law School gelegene Washington Square Park ist ein beliebter Treffpunkt für die Studenten der NYU.

II. Vollzeitstudium oder Teilzeitstudium

An einigen Law Schools kann das Studium zum „Master of Laws“ auch in Form eines Teilzeitstudiums absolviert werden, das sich dann z.B. über zwei Jahre erstreckt.

Will man vor Ort in den USA studieren, kommt ein „LL.M.“ in Teilzeit für die meisten internationalen Studenten jedoch nicht in Betracht, da für ein US-Visum die Teilnahme an einem Vollzeitprogramm erforderlich ist.

Für ein reines Online-Programm gilt diese Einschränkung nicht, sodass man sich dabei je nach verfügbarer Zeit für ein Part-time- oder Full-time-Studium entscheiden kann.

III. Allgemeiner „LL.M.“ oder spezialisierter „LL.M.“

Viele Law Schools bieten die Möglichkeit, zwischen einem allgemeinen LL.M.- und einem spezialisierten LL.M.-Programm zu wählen. Bei einem General LL.M. kann man die Studieninhalte aus den von den Law Schools angeboten Kursen weitestgehend selbst zusammenstellen, während man in einem Specialized LL.M. oftmals auf ein bestimmtes Rechtsgebiet (z.B. Steuer- oder IP-Recht) beschränkt ist.

Arbeitgeber werden sich im Regelfall weniger für die belegten Kurse, sondern mehr für die mit dem Auslandsaufenthalt verbundenen Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen interessieren. Die Entscheidung zwischen einem allgemeinen und einem spezialisierten LL.M. hängt daher hauptsächlich von den eigenen Präferenzen ab. Will man sich auf einen bestimmten Bereich konzentrieren, so bietet sich ein Specialized LL.M. an. Auf der anderen Seite hat man bei einem General LL.M. jedoch deutlich mehr Flexibilität bei der Kurswahl und kann das meist sehr große Angebot an Kursen besser ausnutzen.

Strebt man eine Anwaltszulassung in den USA an, ist zu beachten, dass dafür während des LL.M.-Studiums oftmals bestimmte Kurse absolviert werden müssen. Diese inhaltlichen Anforderungen werden bei einem spezialisierten Studiengang i.d.R. schwieriger als bei einem allgemeinen „LL.M“ erfüllt werden können.